Was ist Nähe

Wirkliche Nähe ist nicht dramatisch, ist nicht spektakulär. Schwankt nicht zwischen extremen Höhen und Tiefen, zwischen Idealisierung und Entwertung, Vergötterung und Verdammung. Wirkliche Nähe ist kein Theater, in dem wir immer aufs Neue unsere Kindheit reinszenieren oder ihr zu entfliehen versuchen. Sie ist eher ein ruhigeres Gewässer, ein leises Plätschern, ein Schweben. Manchmal wirds auch holprig.

Wir dürfen Fehler machen.

Es ist nicht immer gut.

Und es ist gut so.

Manche haben große Angst vor dieser Nähe (meist wurde es ihnen verwehrt, in der Kindheit Nähe und Beziehung als etwas Positives und nicht extrem Bedrohliches zu erleben). Davon erzählt u.a. Rozewiczs Theaterstück “Die Falle” (Der Fall Franz Kafka).

Es wäre gut, zu lernen, einander nahe zu sein und gleichzeitig frei zu bleiben und sich selbst zu bestimmen. Freiheit IN der Beziehung. Dann wäre Nähe keine Bedrohung mehr. Für niemanden.

Dann würde man sich nicht eingeengt fühlen, keine Enge in der Brust verspüren. Keine ANGST, keine klaustrophobischen Gefühle, keine Panik. Dann würden wir uns öffnen. Denn die Weite ist gut.

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