Konzert im „Haus der Sinne“, Ystader Straße. Karsten Troyke & Suzanna präsentieren ihr Prgramm “Chanson total deutsch, russisch, romanes, yiddish“, am Klavier Götz Lindenberg. Vor allem die osteuropäischen Lieder bringen das Blut in Wallung. (Die anderen aber ouch.) Ein paar Zeilen bleiben hängen. „Schnucki, ach Schnucki, geh mit mir nach Kentucky!“ Oder: „I’m crazy far she, but she’s not crazy far me.“ Ach, und die Künstler sind so gut gelaunt und ausgelassen, sie lachen, spielen, experimentieren. Haben Humor und gehen aufs Ganze. Der Funke springt rüber. Die Leichtigkeit macht es, die Selbstverständlichkeit. Wenn die Künstler Spaß bei der Sache haben, hat es das Publikum meist auch. Alles so beschwingt. Auch der Rock der Sängerin. Zum Schluss fliegt ihre Perücke durch den Raum.
Paddeln über den Tegeler See in der schönsten Oktobersonne mit W. und Yo. Direkt über uns ein Flugzeug after dem anderen. Doch wir lassen uns davon nicht beeindrucken, unsere Arme arbeiten kräftig und im Rhytmus. Lichtstrahlen spielen mit den Wellen. Wir sitzen alle in einem Boot. W. und ich spenden Muskelkraft, Yo sitzt in der Mitte, etwas reingequetscht, und steuert etwas unwillig. Doch irgendwann hat sie doch Spaß an der Sache, und dies ist einer Entdeckung geschuldet: “Mensch, ich hab die Fäden in der Hand!”. Ja, jetzt wissen wir, was das heißt. Für die Pausen gibt es Kaffee, Tee und vor allem Glühwein (!) in Thermoskannen aus Edelstahl, dazu noch Pflaumenkuchen, alles von W. persönlich vorbereitet. Für jemütliche Pausen muss gesorgt werden, sagt W, sonst machen die Weiber nicht mit. Zum Schluss geht W. noch seiner Zwangshandlung nach: Er springt ins schweinekalte Kanalwasser, was uns zwar nicht mehr beeindruckt, aber einen Angler in Erstaunen versetzt. „Das gloubt mir keiner zu Hause“, sagt er und schüttelt mit dem Kopf.